Wie erfolgt die Behandlung?

Ist die Diagnose ADHS bei Erwachsenen erst einmal gesichert, stellen sich viele Fragen wie zum Beispiel: Muss man ADHS überhaupt behandeln? Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Therapiebeginn? Welche Rolle spielen Medikamente?

All diese Fragen können nicht pauschal beantwortet werden, da die Therapieentscheidung immer eine ganz individuelle ist. Ob eine Behandlung sinnvoll und notwendig ist, hängt maßgeblich davon ab, wie stark Betroffene unter ihren Symptomen leiden und wie sehr sie in ihrem Leistungsvermögen und ihrem Sozialleben davon beeinträchtigt sind.

Mögliche Umstände, die für eine Behandlung sprechen:

  • Probleme im Job, weil die erforderlichen Leistungen aufgrund der Symptome der ADHS nicht mehr bewältigt werden können
  • Probleme in der Partnerschaft aufgrund der ADHS-Symptome
  • Probleme, das Alltagsleben zu organisieren
  • Ständige Angst, keinen Durchblick mehr zu haben
  • Extrem belastende innere Unruhe
  • Übermäßiger Konsum von Alkohol oder anderen Suchtmitteln zum „Runterkommen“
  • Selbstgefährdendes Verhalten wie risikoreiches Autofahren, Impulskäufe

Bewährt hat sich eine Kombination verschiedener Behandlungsbausteine im Rahmen einer so genannten multimodalen Therapie.1

Wichtig zu wissen!

Es gibt viele verschiedene Ansatzpunkte, die erwachsenen Menschen mit ADHS sehr gut helfen können, mit ihrem Alltag besser fertig zu werden.

3 Säulen der ADHS-Therapie bei Erwachsenen

Zu verstehen, was ADHS überhaupt bedeutet, und alle Möglichkeiten zu kennen, damit umzugehen, ist sehr wichtig, um das Leben mit dieser Krankheit bestmöglich zu managen. Daher sind gut vermittelte Informationen vor allem am Anfang sehr hilfreich. Bei dieser auch als Psychoedukation bezeichneten Wissensvermittlung spielt der behandelnde Arzt eine zentrale Rolle. Er ist für alle Fragen rund um ADHS ein sehr guter Ansprechpartner.

Im Rahmen einer Verhaltenstherapie lernen Menschen mit ADHS, mit ihren Problemen besser klar zu kommen. Dabei werden zusammen mit einem Therapeuten individuelle Ziele festgelegt. Diese Ziele werden dann mithilfe des Therapeuten in einzelne Schritte unterteilt und schließlich vom Patienten in die Tat umgesetzt. Eine solche Therapie hilft, das oft recht „chaotische“ Leben mit der ADHS zu ordnen und in etwas ruhigere Bahnen zu lenken.

Die medikamentöse Therapie von Erwachsenen mit ADHS kann eine wertvolle Ergänzung zur Beratung und Psychotherapie sein. Manchmal ist sie sogar eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass psychotherapeutische Verfahren erfolgreich eingesetzt werden können. Es gibt mehrere Medikamente, die sich in der Therapie von Erwachsenen mit ADHS bewährt haben. Ob und ggf. welche medikamentöse Behandlung sinnvoll ist, ist eine medizinische Entscheidung, die nur von einem Arzt, getroffen werden kann.

Quellen

1. S3-Leitlinie „ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen". Stand: 02.05.2017.

Allgemeiner Hinweis

Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung. Sie sollten weder für die Diagnose noch die Behandlung einer Krankheit genutzt werden und ersetzen nicht die Konsultation mit einem Arzt.