„Recht haben ist wichtiger als Freunde.”
Doch letztendlich helfen nur noch die Zauberworte meiner besseren Hälfte, die ich – ein erster Lichtblick! – bereits an der Kasse finde, schon aus der Ferne erkennt sie meinen Zustand, eben noch eine Festung, nun ein Kartenhaus kurz vor dem Sturm, da spricht sie auch schon die Zauberformel:
Es ist gar nix los! Geh ruhig schon eine rauchen, während ich mich in diese, ja du hast recht, die Menschenwürde verletzende, unaushaltbar lange und ebenso langsame Kassenschlange stelle. Und – was? Nein, selbst, wenn er mir schöne Augen gemacht hätte, ich hätte dann natürlich ausschließlich nur Abscheu empfunden, weil ich ja nur dich liebe, meinen einzigartigen Mann. Du bist für mich das zentrale Sonnengeflecht in der Mitte des Universums, alle anderen gegen dich sind nur kleine ödgraue, traurig in ihren Ellipsen schlingernde Trabantenmonde, leblos und tot, nur kosmischer Dreck unter dem Fingernagel Gottes, dessen Lustzentrum du für mich bist, mein Göttlicher.
Na ja, oder so ähnlich. Früher als Kind war es leichter, da musste Mama nur pusten. Aber jetzt muss sich die geneigte Liebespartnerin schon was einfallen lassen, um den Staub der Welt aus dem Herzen ihres Dornenboys gepustet zu kriegen.
EXA/DE/NS/1006